Eine Hommage an den Visionär
In einer tief empfundenen Würdigung erinnert Scheich Hamad bin Thamer Al Thani, der Vorstandsvorsitzende von Al Jazeera, an das Vermächtnis von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, dem verstorbenen Vater-Emir von Katar. Die Ehrung hebt dessen menschliche Qualitäten, seine Führungsstärke und seine tiefe Verbundenheit zu Katar hervor, die sich in seinem unermüdlichen Streben nach nationalem Fortschritt manifestierte. Eines der bedeutendsten Projekte seiner Ära, das Katar auch international in den Vordergrund rückte, war die Gründung des Al Jazeera Media Network.
Die Geburt einer unabhängigen Stimme
Scheich Hamad bin Thamer Al Thani erinnert sich an den entscheidenden Moment, als der Emir ihn zu sich rief, um seine Vision einer neuen Art von Fernseh-Nachrichtensender zu teilen. Dieser Sender, Al Jazeera genannt, sollte sich durch ein hohes Maß an Pressefreiheit auszeichnen und sich grundlegend von der damals üblichen arabischen Medienlandschaft abheben. Sein Ziel war es, einen Nachrichtensender zu etablieren, der nach den Prinzipien des freien Journalismus und den Standards professioneller internationaler Medieninstitutionen agieren würde.
Die Umsetzung dieser Vision begann rasch. Ein Gebäude in der Nähe des katarischen Fernsehens wurde errichtet und mit modernster Sende- und Satellitenkommunikationstechnik ausgestattet. Der Newsroom wurde vorbereitet, um das zukünftige Team aufzunehmen. Trotz seiner weitreichenden Verpflichtungen als Staatsoberhaupt, das erst wenige Monate zuvor die Macht übernommen hatte, verfolgte Scheich Hamad bin Khalifa den Fortschritt des Projekts mit großem Interesse. Seine Ermutigung und Anleitung waren entscheidend für die frühe Phase des Aufbaus.
Aufbau und erste Schritte
Nach der Bildung des Vorstands und der Ernennung des Generaldirektors begann die Rekrutierung von journalistischem und technischem Personal. Journalisten und Mitarbeiter strömten in den Newsroom, der bald darauf zum Leben erwachte. Der Slogan des Senders, „Die Meinung und die andere Meinung“, wurde festgelegt, und der Probesendebetrieb begann. Ende November 1996 ging das erste halbstündige Nachrichtenbulletin auf Sendung. Zunächst wurde täglich sechs Stunden gesendet, und schon bald zeigten sich erste Anzeichen des Erfolgs. Journalisten und die Öffentlichkeit begannen, über eine neue Stimme zu sprechen, die in der arabischen Welt ihresgleichen suchte. Die anfänglichen Zweifel wichen einer allgemeinen Freude über den Erfolg dieser innovativen Idee.
Unabhängigkeit unter Druck
Scheich Hamad bin Khalifa besuchte den Sender regelmäßig, griff jedoch niemals in die Berichterstattung oder Programmgestaltung ein, solange die professionellen Regeln eingehalten wurden. Diese Haltung stärkte das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter und festigte die Überzeugung, dass Al Jazeera ein nationales Projekt war, das darauf abzielte, die Wahrheit in Bild und Wort zu vermitteln, ungeachtet der Herausforderungen und Opfer. Es war nicht unerwartet, dass der Sender mit seiner starken Leistung in Nachrichten und Talkshows sowie seiner unabhängigen, professionellen Redaktionspolitik auf Widerstand und Druck sowohl aus arabischen als auch internationalen Kreisen stieß.
Doch Scheich Hamad bin Khalifa gab diesem Druck nicht nach. Sein fester Glaube an die Bedeutung unabhängiger und freier Medien diente als schützender Schirm für den Sender und seine Mitarbeiter. Dies stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl, vertiefte ihren Glauben an ihre Mission und erhöhte ihre Bereitschaft, weiterhin ihren Beitrag zu leisten. Seine Vision für die Zukunft von Al Jazeera erwies sich als zutreffend. Die schmerzhaften Angriffe, denen der Sender im Laufe der Jahre ausgesetzt war, hielten ihn nicht davon ab, seine unabhängige Botschaft weiterzutragen.
Ein bleibendes Erbe
Al Jazeera hat bis heute einen wachsenden Einfluss, sowohl in seiner Region als auch darüber hinaus. Es verändert Konzepte, erweitert Kultur und Bewusstsein und verschiebt die Mediengleichungen weltweit. Das Netzwerk nimmt heute eine führende Position in der traditionellen Medienlandschaft und im digitalen Bereich ein. Unter allen Projekten, die Scheich Hamad bin Khalifa ins Leben gerufen hat, nahm Al Jazeera einen besonderen Platz ein. Selbst bei seinem letzten Treffen fragte er trotz seines Gesundheitszustandes nach dem Zustand und der Zukunft von Al Jazeera, so wie er es auch bei anderen nationalen Projekten tat.
Sein Sohn und Nachfolger, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, setzte diese Linie fort. Auch er sah sich in einer der schwierigsten Perioden Katars dem Druck ausgesetzt, den Ansatz des Netzwerks zu ändern. Doch er lehnte jegliche Einmischung in die redaktionelle Politik ab, unabhängig von der Quelle. Auch er greift persönlich nicht in den Betrieb ein, solange dieser den professionellen Regeln und der Ethik folgt.
Dies ist die Geschichte der Entstehung von Al Jazeera mit seinem visionären Gründer, Scheich Hamad bin Khalifa. Dieser Artikel erzählt jedoch nicht die gesamte Geschichte von Al Jazeera, sondern lediglich ein Kapitel davon. Es ist eine Geschichte, die weiterhin gelesen, nachgeahmt und als Beispiel für ein erfolgreiches Unterfangen zitiert werden wird, das trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen einen tiefgreifenden Einfluss über Generationen hinweg hatte.
Diese Worte – und viele weitere – können Scheich Hamad bin Khalifa nicht gerecht werden für alles, was er seiner Nation, seinem Volk und seiner erweiterten katarischen Familie gegeben hat. Er widmete sein gesamtes Leben dem Dienst an ihnen und der Förderung von Entwicklungsprojekten in allen Bereichen. Dazu gehört das Al Jazeera-Projekt, das weithin als eine Erfolgsgeschichte gilt, die von der ganzen Welt gelobt und als außergewöhnliches Medienmodell beschrieben wird. Möge Gott Scheich Hamad bin Khalifa – den Menschen, den Vater und den Führer – gnädig sein. Möge Er ihm Ruhe in Seinem weiten Paradies gewähren und ihn mit der besten Belohnung im Namen von uns allen belohnen. Und möge Gott den Emir und weisen Führer, Scheich Tamim, beschützen und Katar und sein Volk schützen.
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