Al-Zaidi im Weißen Haus

Ali al-Zaidi, der Premierminister des Irak, traf sich kürzlich im Oval Office mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Obwohl er den Titel des Premierministers trägt, wird seine tatsächliche Macht als begrenzt angesehen. Sein schneller Aufstieg zum Premierminister wurde maßgeblich durch den Druck aus Washington beeinflusst.

Ein Premier ohne politische Basis

Al-Zaidi, ein 40-jähriger Banker ohne politische Basis, verdankt seine Position weniger dem irakischen Wahlergebnis, sondern vielmehr dem Druck des US-Finanzministeriums. 2024 wurde seine Bank, die Al-Janoob Islamic Bank, von Dollartransaktionen ausgeschlossen, was Teil eines größeren Vorgehens gegen illegale Dollarflüsse in den Iran war. Diese Vergangenheit könnte Washington als Druckmittel nutzen, falls al-Zaidi nicht kooperiert.

Washingtons Kontrolle über Iraks Ölgelder

Die wahre Macht in Bagdad liegt bei Tom Barrack, der als US-Botschafter in der Türkei, als Sondergesandter für Syrien und als Gesandter für den Irak fungiert. Sein Einfluss beruht weniger auf Diplomatie als auf der finanziellen Hebelwirkung der USA über die irakischen Öleinnahmen. Diese Gelder werden bei der Federal Reserve Bank of New York verwaltet. Im April blockierte Washington eine Cash-Lieferung von fast 500 Millionen Dollar aus diesen Einnahmen.

Milizen unter staatlicher Kontrolle

Die USA fordern, dass alle bewaffneten Gruppen unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Während einige Gruppen Schritte zur Entwaffnung angekündigt haben, lehnen die eng mit Teheran verbundenen Milizen wie Kataib Hezbollah eine vollständige Entwaffnung ab. Die US-Regierung hat darauf mit militärischen und finanziellen Sanktionen gegen diese Gruppen reagiert.

Iraks wirtschaftliche Zukunft

Das Interesse der USA an Irak geht über die Sicherheit hinaus. Chevron und andere US-Firmen verhandeln über eine stärkere Rolle im irakischen Ölsektor. Ziel ist es, die Produktion auf 7 Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Diese wirtschaftlichen Aussichten sind ein wesentlicher Teil der Erwartungen an al-Zaidi.

Kurdistan in der neuen Ordnung

Die Rolle Kurdistans in dieser neuen geopolitischen Ordnung bleibt unklar. Washington strebt eine funktionierende und kooperative Beziehung zur kurdischen Region an, ohne dass sie zu einem autonomen Wildcard oder einem Vasallen Bagdads wird.

Source: Originalartikel